Tolle Lesung mit Stadtpfarrer Endres - Fotos: Barbara Enders

BISCHOFSHEIM Stadtpfarrer Manfred Endres in Hochform

Don Camillo und Peppone: Kleine, feine Lesung in der Buchhandlung Schonder

13.03.18 - „Bin ich jetzt im Film?“, mochte sich mancher Zuhörer gedacht haben, als die Stimme des Vorlesers sanft sagte: „Don Camillo, man muss auch verzeihen können!“ Freunde der Geschichten um die beiden Italiener Don Camillo und Peppone, die auch die Verfilmung des Stoffes kennen, werden verblüfft gewesen sein, wie authentisch diese Lesung aus den Büchern von Giovannino Guareschi war.

Susanne Ehmig von der Buchhandlung Schonder in Bischofsheim hatte in ihr Geschäft geladen und keinen Geringeren als den Bischofsheimer Stadtpfarrer Manfred Endres gewinnen können, der in Sachen Lesung und Vortrag quasi ein Vollprofi ist. Dementsprechend hatte er auch die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer, die zudem mit italienischem Rotwein und Knabbereien bestens versorgt wurden. Zwar ging es etwas eng in dem kleinen Ladengeschäft zu, aber das störte bei der amüsanten Unterhaltung des kurzweiligen Abends niemanden.

Ein gemütlicher Sessel, ein Beistelltisch mit stimmungsvoller Lampe und natürlich etwas Schmierung für die Stimmbänder standen für Manfred Endres bereit, der die Geschichten aus der italienischen Poebene, entstanden um die Mitte des letzten Jahrhunderts, brillant vortrug. Und Manfred Endres wäre nicht er selbst, wenn er nicht immer einmal einen Einwurf gebracht hätte, teils reizten ihn die lustigen Geschichten zum Lachen, aber auch gehörig zum Kopfschütteln, beispielsweise, als der Pfarrer Don Camillo dem reuigen Büßer Peppone ganze zwanzig Vaterunser und zwanzig Ave Maria als Buße auferlegte.

„Was wird da für ein Gottesbild vermittelt“, rutschte es ihm heraus, als im Text nach der Schlägerei zwischen dem Pfarrer und dem Bürgermeister der Herrgott als „Jesus´Gesicht sah zufrieden aus“ beschrieben wurde. „Solche Geschichten sollte man Kindern nicht vorlesen“, meinte Endres an einer besonders schlagkräftigen Stelle, „das wäre ja eine Anstiftung zum Schlägern“!

Schlagkräftig ging es auch in der Geschichte um die Taufe Peppones Kindes zu. Der Pater weigert sich, das Kind des kommunistischen Dorfbürgermeisters auf den Namen „Lenin Libero Antonio“ zu taufen und schickt die Familie wieder nach Hause. Als Peppone wiederkommt, schlagen sich die beiden und der unterlegene Peppone willigt ein, dass sein Kind Camillo Libero Antonio heißen solle. Doch Don Camillo lenkt ein, „wenn sie einen Don Camillo daneben haben, können Typen wie der dort (Lenin) nichts ausrichten“! Zum Abschluss las Endres die Geschichte der alten Lehrerin, die sich wunderbar als Schlusstext eignete.

Nach sehr kurzweiligen 80 Minuten war die Lesung auch schon beendet, die auf eine Initiative von Hanns Gernot Schonder zurückging, der auch gerne den Worten seines Freundes lauschte. Der Eintritt war für die Besucher frei, jedoch wurde um eine Spende für die Renovierung der katholischen Stadtpfarrkirche gebeten. Diesem Wunsche kamen die Besucher gerne nach.

Buchhändlerin Susanne Ehmig kannte selbst nur die Verfilmung der Bücher und war überrascht, wie nah sie am ursprünglichen Text des Autors orientiert waren. Ehmig hatte im Vorfeld versucht, die Bücher des italienischen Autoren Giovannino Guareschi zu ordern und musste mit Bedauern feststellen, dass derzeit keine neuen Bücher auf dem Markt seien. Den Zuhörern hatte der Abend im Ambiente der Papeterie sehr gut gefallen - Fortsetzung erwünscht! (Barbara Enders) +++


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