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REGIONNachgedacht (255)

Der Mittelweg... Gedanken von Christina Lander

Geboren 1988 in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologie-studium für sie vorbestimmt und beschlossen. Christina Lander studierte Germanistik und Theologie in der nächsten Bischofsstadt Paderborn. Nach dem Referendariat ging sie in den Schuldienst und arbeitet seit 2013 als Kolumnistin bei OSTHESSEN|NEWS.DE . Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert in der Serie NACHGEDACHT Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht.

14.01.18 - Jetzt werden wir sie wohl bekommen - die große Koalition. Nach all dem Sondieren und Ausloten wird Deutschland bald wieder von einer Regierung geleitet. Während der Verhandlungen war immer wieder von vertrauensbildenden Maßnahmen die Rede, beide Parteien müssen sich ja auf das Wort des anderen verlassen können.

Vertrauen - jemandem über den Weg trauen - sich etwas trauen - sich sicher sein. Diese Wörter gehören alle zusammen, so bezeichnen sie doch Grundeinstellungen, die wir oft zum Leben allgemein und im Besonderen im Umgang miteinander brauchen. Jeden Tag schenken wir unserer Umgebung ein hohes Maß an Vertrauen: Wenn wir Nahrungsmittel kaufen, vertrauen wir darauf, dass sie nicht verdorben sind oder uns nachhaltig schädigen, wenn wir auf die Autobahn fahren, vertrauen wir darauf, dass alle anderen auch richtig fahren und aufpassen, wenn wir ein Produkt kaufen, vertrauen wir darauf, dass es funktioniert.

Allerdings kann unser Vertrauen gestört werden, weil Erfahrungen uns auch einmal etwas Anderes gezeigt haben. Es gibt auch Menschen, die behaupten, Kontrolle sei besser als Vertrauen. Und hier liegt des Pudels Kern begraben: Wie viel Vertrauen sollten wir haben, wie viel Kontrolle sollten wir ausüben - und was davon macht uns womöglich im Leben glücklicher?

Wir alle kennen Kontrollfreaks, die keine Zufälle erlauben und auch nur wenig Grundvertrauen haben. Wir alle kennen aber auch Menschen, die beinahe naiv durchs Leben ziehen. Was jetzt der glücklichere Weg ist, kann ich Ihnen auch nicht sagen. Ich finde beide Seiten zu extrem und kann wieder einmal nur den Mittelweg wählen.

Allerdings glaube ich, dass der Mittelweg auch der schwierigste Weg ist; es ist immer einfacher, in eine Richtung zu schwappen, sich für das Weiß oder das Schwarz zu entscheiden. Einen Mittelweg zu finden, erfordert auch in Balance auf einem Drahtseil zu kommen. Das ist nicht einfach, wird uns aber womöglich davor bewahren, zu einseitig, zu kontrolliert oder zu naiv durchs Leben zu gehen. (Christina Lander) +++


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