Dieter Wedel sieht sich massiven Vorwürfen und jetzt auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgesetzt - Foto: Stefanie Harth

REGIONSexualstraftaten sind Offizialdelikte

Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Regisseur Dieter Wedel

24.01.18 - Der "Fall Wedel" beschränkt sich nicht länger auf die Berichterstattung diverser Medien. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München gegen den 75-Jährigen wegen des Anfangsverdachts einer möglicherweise nicht verjährten Straftat. Das bestätigte auf O|N-Anfrage die Münchener Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Es bestehe der Anfangsverdacht auf eine nicht verjährte Sexualstraftat. Die Ermittlungen seien durch einen Artikel im "Zeit-Magazin" vom 3. Januar dieses Jahres ausgelöst worden. Darin hatten drei Schauspielerinnen den Starregisseur bezichtigt, sie sexuell belästigt und bedrängt zu haben.

Die damals 27-jährige Jany Tempel wirft Wedel in einer eidesstattlichen Erklärung vor, sie 1996 in seinem Münchener Hotelzimmer vergewaltigt zu haben. Keine der Frauen hatte damals oder bisher Anzeige gegen Wedel erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber, weil es sich bei Vergewaltigung um ein Offizialdelikt handelt, das keiner Anzeige durch die Betroffenen bedarf. "Wir ermitteln komplett ergebnisoffen - wie in jedem anderen Fall auch", erklärte die Oberstaatsanwältin dazu. 

Den Schilderungen der drei Frauen zufolge habe Wedel jeweils ein Vorstellungsgespräch für eine Rollenbesetzung für die sexuellen Übergriffe ausgenutzt. Da die Vorfälle in allen drei Fällen vor mehr als 20 Jahren stattgefunden haben sollen, sind sie nach geltendem Recht verjährt. Die Verjährung bei Vergewaltigung liegt derzeit bei 20 Jahren.  Dieter Wedel hatte sich persönlich und durch seine Hamburger Anwälte vehement gegen die Vorwürfe gewehrt und ihnen per eidesstattlicher Erklärung widersprochen.

Der 75-Jährige liege derrzeit nach einer Herzattacke im Krankenhaus, hatte gestern eine Sprecherin mitgeteilt. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand ist nichts bekannt. Er selbst hatte erklärt, die Anfeindungen gegen ihn hätten ein für seine Gesundheit erträgliches Maß weit überschritten. Kurz zuvor hatte der Regisseur dem Bad Hersfelder Magistrat angeboten, seine Position als Festspiel-Intendant mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Seine bisherigen Aufgaben übernimmt nach Zustimmung des Magistrats sein bisheriger Stellvertreter Joern Hinkel kommissarisch.

"Wir hoffen, bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche entschieden zu haben, wie es mit dem Spielplan und Programm der Hersfelder Festspiel weitergehen kann", erklärte Sprecherin Ina Rumpf auf Anfrage. Sorge macht in diesem Zusammenhang die geplante Wedel-Inszenierung "Das Karlos-Kompliott", mit dem die Festspiele am 6. Juli eröffnet werden sollten.(Carla Ihle-Becker)+++


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