Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel im Gespräch mit O|N-Chefredakteur Christian P. Stadtfeld - Fotos: Hendrik Urbin

WIESBADEN / FULDA Diskussion um Regierungsposten

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel (64): "Ein Weiter so kann es nicht geben!"

18.01.19 - "Wir sind keine CDU-Hochburg mehr", sagt der noch amtierende hessische Sozial-Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel (64 / CDU) am Donnerstagabend im OSTHESSEN|NEWS -Gespräch in Wiesbaden. Am Freitag scheidet er auf eigenen Wunsch nach fünf Jahren aus der Landesregierung aus. In seiner Heimatstadt Fulda, dort wo die Union traditionell viele Stimmen holt, wird seit Dienstag Kritik laut, dass dem neuen Kabinett von Ministerpräsident Volker Bouffier (67 / CDU) kein Osthesse mehr auf der Regierungsbank sitzt.

„Die Arbeit ist getan! Damit ist ...

Dippel bewertet die Lage so: "Die erste schwarz-grüne Regierung hat in Hessen gut und geräuschlos zusammengearbeitet. Die handelnden Personen kennen und schätzen sich. Deshalb halte ich es für richtig, dass diese auch wieder zu Ministern und Staatssekretären berufen werden sollen." Zudem erhalten die Grünen aufgrund ihres guten Wahlergebnisses zwei zusätzliche Ministerien (Wissenschaft und Kunst / Soziales und Integration). "Das bedeutet für die CDU: Es sind weniger Posten zu verteilen."

Dr. Dippel an seinem geräumten Schreibtisch ...

„Ich begrüße ausdrücklich, dass für das neue Digital-Ministerium eine Frau aus der Unternehmerschaft berufen wird. Das ist der richtige Weg“, so das scheidende Regierungsmitglied aus Fulda. Und weiter: „Volker Bouffier, unser amtierender Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender, muss alle Regionen ‚gerecht‘ berücksichtigen. Das trifft auch auf die Kreise Fulda, Limburg und Hochtaunus zu. Sie liefern im Landesvergleich gute Ergebnisse und sind auf kommunaler Ebene bestens aufgestellt. Wir stellen in Fulda den Landrat, den Vize-Landrat, den Oberbürgermeister, zahlreiche Bürgermeister, zwei Landtagsabgeordnete, einen Bundestagsabgeordneten und den Kasseler Regierungsvizepräsident - engagierte Leute, die gemeinsam mit den Ehrenamtlichen viel bewegen. Fulda ist eine Top-Region.“

Dippel macht deutlich: „Wir sind damit sehr gut ausgestattet und deshalb kann ich die Entscheidung von Bouffier nachvollziehen. Und das heißt nicht, dass er Fulda nicht schätzt oder wir keine Kandidaten mit Qualifikationen für höhere Ämter haben. Der MP will Kontinuität - und die hat er mit dem Personal, das er vorgesehen hat.“

O|N-Chefredakteur Christian P. Stadtfeld am Donnerstag ...

Klar sei es wichtig, einen kurzen Draht zur Regierung zu haben, aber mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Landrat Bernd Woide und Regierungs-Vizepräsident Hermann-Josef Klüber sei der Kontakt nach Wiesbaden da. „Es gibt ganz viele Flecken in Hessen, wo die CDU kaum 20 Prozent erreicht. Fulda holt zwar noch gute Wahlergebnisse, aber dennoch haben wir über 20 Prozent verloren. Das sehe ich sehr kritisch - und die Ergebnisse der Landtagswahl müssen kritisch aufgearbeitet werden“, betont Dippel, den die letzten Monate nachdenklich machen. „Ein Weiter so kann es nicht geben. Wir müssen wieder mehr ran an die Bürger.“

Auf die Fuldaer CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Hering und Markus Meysner komme in der kommenden Legislaturperiode mehr Arbeit zu. „Sie müssen sich neue Netzwerke und Verbindungen aufbauen, denn mit Dr. Walter Arnold (scheidet als MdL aus, d. Red.) und seine Expertise werden fehlen. Er hat sehr gute Kontakte und Fulda nie vergessen“, sagt Dr. Dippel und appelliert: „Macht was draus!“ Er sei auch davon überzeugt, dass Fulda ohne Regierungsmitglied gut aufgestellt sei.

Dippel selbst, der in Fulda wohnen bleibt, habe bereits vor einem Jahr die Entscheidung getroffen, der neuen Landesregierung nicht mehr zur Verfügung zu stehen. „Das hat rein persönliche Gründe. Nach 45 Berufsjahren werde ich mich komplett aus der Politik zurückziehen“, erklärt der scheidende Staatssekretär, der auf fünf positive Jahre Regierungsarbeit zurückblickt. „Gemeinsam haben wir eine Menge für die Region bewegt. Jetzt freue ich mich auf einen neuen Lebensabschnitt.“ (Christian P. Stadtfeld, z.Zt. in der Landeshauptstadt Wiesbaden) +++


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