Das Schlusswort hatte Gewerkschaftssekretär Alexander Roeske - Fotos: Gerhard Manns

SCHENKLENGSFELD "Wir machen Deutschland gut"

Neujahrstreffen der IG BCE: Globale politische Unruhe belastet Zukunft

20.01.19 - Zum traditionellen Neujahrsempfang der IG BCE des Bezirks Kassel in der Großsporthalle Schenklengsfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) konnte Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer viele prominente Gäste aus Wirtschaft, Politik und die viele Gewerkschaftsmitglieder begrüßen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Bergmannskapelle Wintershall unter der Leitung von Felix Waldmann.

IG BCE Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer bei ...Fotos: Gerhard Manns

Landrat Dr. Michael Koch, links im ...

Der ehemalige Werksleiter des K+S Werkes ...

...und von Phillippsthals Bürgermeister Ralf Orth ...

Auch Staatsminister Michael Roth war gekommen ...

Friedrich Nothhelfer berichtete von den aktuellen Tarifverhandlungen, die nach 10 stündiger Verhandlungsdauer abgebrochen wurden. Man wird sehen, wieweit sich die Arbeitgeber bei der nächsten Verhandlungsrunde bewegen werden. Nach seinen Grußworten und kurzen Ausführungen übergab er das Wort an Landrat Dr. Michael Koch, der es nicht erleben möchte, wie bei der Schließung der K+S Schachtanlage „Sigmundshall“ bei Wunstorf in Niedersachsen im Dezember 2018 geschehen, dass auch in unserem Kalirevier die letzte Schicht gefahren werden muss. Er wünschte den Verhandlungspartnern bei den anstehenden Tarifverhandlungen, dass man sich ohne Streik einigt.  

"Brexit ist Lügenkampagne von Populisten"

Staatsminister Michael Roth sagte nach seinen Grußworten zum aktuellen Thema „Brexit“, dass dies ein Ergebnis einer großen Lügenkampagne von Populisten und Nationallisten sei. Er bezeichnete es als ein großes Trauerspiel und der Arbeiter muss am Ende die Zeche dafür zahlen. Er trat entschieden gegen Dumpinglöhne und Preise ein, denn das könne nicht das Ziel der EU sein. "Um dies zu verhindern brauchen wir starke Gewerkschaften und er forderte alle auf bei der Europawahl zur Wahl zu gehen. "Die IG BCE mache nicht nur Deutschland Gut, das sei ihm zu wenig, ihr macht auch Europa Gut“, rief Michael Roth den Gewerkschaftern zum Abschluss seiner Rede zu.  

Der Tisch von der Firma B. ...

Die Ehrenamtlichen Helfer vom DRK und ...

Die Bergmannskapelle Wintershall

Hauptredner war Vorstandsmitglied  Francesco Grioli, Auszüge aus seiner Rede

„Wenn nicht alles täuscht, wird dieses Jahr eher schwierig“, stellte Francesco Grioli gleich zu Beginn seiner Rede fest. Jedenfalls gibt es gleich zum Jahresbeginn eine Reihe neuer Unsicherheiten und Unwägbarkeiten, die uns voraussichtlich sehr in Anspruch nehmen werden. "Das gilt für die wirtschaftliche wie die politische Entwicklung in unserem Land. Wirtschaftlich machen uns vor allem der politische Blackout der Briten und die Testosteron-Anfälle des amerikanischen Präsidenten Trump Sorgen. Ohne den irrationalen Brexit und ohne die aggressive, machtgetriebene Handelspolitik von Donald Trump wären die wirtschaftlichen Aussichten eigentlich gut. So aber ist fraglich, ob sich der stabile Aufschwung in 2019 fortsetzen kann und wie sich globalen Krisenherde auf die Konjunktur und die Zukunftschancen guter Industriearbeit in unserem Land auswirken."

Landrat D. Michael Koch

Friedrich Nothhelfer, links und Michael Roth ...

Der Hauptredner Francesco Grioli

"Brauner Mist stinkt nicht weniger wenn man ihn blau anstreicht"

"Wir fragen uns, was aus der Europäischen Union wird, wenn bei den Europawahlen im Mai die rechtspopulistischen EU-Gegner an Einfluss gewinnen sollten? Für uns gilt hier nach wie vor: Wir stellen uns mit allen Mitteln gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Intoleranz. Wir werden weiter deutlich machen, dass Ausgrenzung, Hetze und Diffamierung nicht zur Verbesserung der Beschäftigten beitragen, sondern spalten. Die rechten Populisten in Europa und in Deutschland versuchen durch ihre Sprache Grenzen zu verschieben, denen sie Taten folgen lassen wollen. Das ist mit uns nicht zu machen", so Grioli. 

Landtagswahlen und TarifverhandlungenWeiter sprach Grioli die bevorstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen, die Energie und Klimapolitik und die Alterssicherung an. Alter, Arbeitslosigkeit, Krankheit und Pflege müssen wieder besser abgesichert werden und zwar auf einem guten Niveau, wie es sich für eines der reichsten Länder gehört. Zurzeit finden für über 750.000 Gewerkschaftsmitglieder in unseren Branchen Tarifverhandlungen statt.Grioli wies noch auf die Schließung der letzten Steinkohlenzeche hin. Die Tarifpolitik wird auch weiterhin unser gewerkschaftliches Kerngeschäft prägen. "Wer Tag für Tag ranklotzt und dafür sorgt, dass Unternehmen ordentliche Gewinne einfahren, der hat jedes Recht gute und faire Arbeitsbedingungen zu verlangen und eine angemessene Entlohnung. Wenn sich die Arbeitsverhältnisse mit der Digitalisierung verändern, hin zu mehr Flexibilität und weiterer Leistungsverdichtung, dann muss man das so gestalten, dass nicht allein die Unternehmen und der Arbeitgeber profitieren. Die Chancen der Digitalisierung für unsere Unternehmen, können nur mit den Menschen gehoben werden. Wir müssen sicherstellen, dass nicht nur in neue Technik, sondern insbesondere in die Beschäftigten investiert wird."

Sie erinnerten daran, dass das Wahlrecht ...

...und forderten alle Frauen auf, von ...

Staatsminister Michael Roth, ein überzeugter Europäer ...

Der "Chefkoch" der DRK Ortsvereinigung Schenklengsfeld, ...

Die Bergmannskapelle unter der Leitung von ...

Qualifizierung, Strukturwandel und Mobilitätswirtschaft, stabile Renten

"Das ist das zweite große Feld, auf dem wir eine gewerkschaftspolitische Antwort auf die Digitalisierung geben wollen. Die Herausforderungen an eine Qualifizierungsoffensive in Deutschland können wir nur insgesamt entgegentreten. Hier sind alle Akteure – Politik, Wirtschaft, Institutionen und Gewerkschaften – gefordert. Man müsse auch weiterhin in die Zukunft investieren, in stabile Renten, in Pflege und Gesundheit, eine ausreichende Grundsicherung und die Stärkung der Betriebsrente. Francesco Grioli würde es für besser halten, dass wir uns stärker damit beschäftigten, wie die Arbeitswelt gestaltet werden muss, damit im Alter niemand Angst vor Armut haben muss. Die Politik wünscht sich eine Art Masterplan zum Strukturwandel in den Braunkohle-Revieren, lässt uns aber im Dunkeln darüber, was sie dafür eigentlich bezahlen will. Wir wollen den Strukturwandel mitgestalten, einen Strukturbruch jedoch werden wir nicht akzeptieren."

Grioli sagte weiter: "Die Mobilitätswirtschaft steht vor einem Wandel von noch größeren Ausmaß. Im Gegensatz zur Energiewirtschaft hat der Verkehrssektor noch gar keinen Beitrag zur Senkung des deutschen CO2-Ausstoßes geleistet. Da wird einiges nachzuholen sein. Hinzu kommen die Diesel-Probleme, der Wandel zu alternativen Antrieben, Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge bis hin zum selbstlenkenden Auto."

Die Bürgermeister der vier Kaligemeinden Heringen, ...

Die fleißigen Damen und Herren von ...

"Sind IG BCE Mitglieder Exoten?

"Es ist ja mittlerweile so, dass wir in der IG BCE von vielen in Wirtschaft und Politik als Exoten wahrgenommen werden. Ganz einfach, weil bei uns die gewerkschaftliche Welt noch in Ordnung ist. Und das ist tatsächlich anders als in einem Großteil der Wirtschaft. Unser Organisationsgrad in den Betrieben ist quasi doppelt so hoch wie im Bundesschnitt (36 Prozent zu 18,5 Prozent). Niemand stellt so viele Betriebsräte und Betriebsratsvorsitzende. Und doch wollen wir keine Exoten sein – eher Referenz. Bei den Betriebsratswahlen konnten wir unser Ergebnis bei 76 Prozent stabil halten. Wir stellen 88 Prozent der Vorsitzenden. Mehr als 900 unorganisierte Betriebsräte haben wir seit den Wahlen bereits von den Vorzügen einer IG-BCE-Mitgliedschaft überzeugen können. Insgesamt sind 2018 mehr als 30.000 Menschen in die IG BCE eingetreten. 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Francesco Grioli ist überzeugt, dass man eine starke IG BCE braucht, für Solidarität und Gerechtigkeit, für Freiheit und Demokratie, für Respekt und Toleranz und für Teilhabe und Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!  Dafür lohnt jede Anstrengung, dafür lohnt es sich zu kämpfen", so Grioli. (Gerhard Manns / pm) +++

Francesco Grioli war Hauptredner

Großes Interesse am Info-Stand des ...

Die Bergmannskapelle spielt das Steigerlied

Dazu erhoben sich alle von ...

...und sangen mit

Danach gab es einen deftigen ...

Auch für Getränke war bestens ...

Unterbreizbachs Bürgermeister Roland Ernst, Landrat ...

Die SPD-Europaabgeordnete Martina Werner

Auch der Bürgermeister von Schenklengsfeld ...


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